Das Missions-Ethnographische Museum St. Gabriel
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Führungen nach Voranmeldung
Anmeldung vormittags im Hochschulsekretariat:
Tel. 02236/803-221 Fax 02236/803-4
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Schon bald nach der Gründung von St. Gabriel (1889) regte sich der Wunsch, die Wege der vielen Mitbrüder zu dokumentieren, die von St. Gabriel aus in die Welt hinausgegangen waren. Die Anfänge dieser Dokumentation waren klein. Um 1900 stellte man die ersten Gegenstände zusammen, die vor allem aus China und Ozeanien gekommen waren.
Das heutige Missions-Ethnographische Museum gliedert sich regional, entsprechend den großen Arbeitsfeldern der "Steyler Missionare" in China, Japan, Indien, Indonesien, Papua-Neuguinea, in den Ländern Afrikas südlich der Sahara und Lateinamerikas sowie schließlich der Philippinen.
Schwerpunkte der Sammlung sind Exponate der allgemeinen Kultur- und Religionsgeschichte Chinas, etwa eine Bodhisattva-Figur aus dem Jahr 1378 oder eine illuminierte daoistische Handschrift aus dem 17. Jahrhundert sowie Zeugnisse aus dem Leben der Christen in China im 19. und 20. Jahrhundert. Aus Japan stammt eine große Emailvase, die in ihrer Ausgestaltung als eindrucksvolles Zeugnis für die universalistische Weltsicht Ostasiens angesehen werden kann. Ein "Tretkreuz" stammt aus der Zeit der Chistenverfolgung im 16. Jahrhundert.
Aus Indien kommen u.a. ein zartgeschnitzter Corpus des Gekreuzigten aus den Anfängen der neuzeitlichen Missionsgeschichte (16./17.Jh) sowie Originaldokumente aus dem Lebenswerk von P. Georg Proksch SVD (1904-1986), das in Dichtung und Choreographie der Verkündigung des Evangeliums in den Ausdrucksformen der indischen Kulturtradition gewidmet war.
Kultgegenstände und christliche Ölbilder aus Bali zeugen von der reichen und vielgestaltigen Kultur Indonesiens und seiner lebendigen Kirche.
Die völkerkundlich wertvollsten und reichhaltigsten Bestände des Museums kommen aus der Welt der Stammeskulturen Papua-Neuguineas: Der Hauptteil der Sammlung stammt aus der Zeit, die vor jeder Berührung mit der westlichen Zivilisation lag: Schmuckgegenstände, Handwerkzeuge, Hausgeräte und Waffen der Steinzeit bis hin zu den verschiedenen Arten von Masken und Kultgegenständen, die in der religiösen Welt der Eingeborenen, in ihren rituellen Handlungen sowie in Bau und Ausgestaltung ihrer Geisterhäuser eine wichtige Rolle spielten.
Aus Afrika sind eine Sammlung von Schmuckgegenständen der Buschmänner aus der Kalahari-Wüste, Fetische u.a. religiöse Gegenstände hervorzuheben. Ein Kreuzweg stammt aus einer Schule christlicher Kunst, die P. Hermann Hochegger SVD im Kongo ins Leben gerufen hat.
In der Lateinamerika-Abteilung des Museums ist von einzigartigem Wert die Feuerland-Sammlung von P. Martin Gusinde SVD. Sie ist zum einmaligen Zeugnis einer inzwischen untergegangenen Menschheitskultur geworden.
In der Philippinen-Abteilung sind aus der allgemeinen Kulturgeschichte des Inselreiches u.a. ein alter Tonkrug, Musikinstrumente, auf Bambus geschnitzte "Gedichte" tingyanischer Eingeborenen-Stämme ausgestellt. Aus der Frühzeit der Christianisierung im 16. und 17. Jahrhundert stammen u.a. eine holzgeschnitzte Figur eines hl. Antonio und eine "Urna", ein Altärchen.
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